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Open Source Saatgut

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung 

In unserer heutigen Zeit ist der Saatgutmarkt stark konzentriert. Unternehmen patentieren Sorten und vergeben Nutzungslizenzen. Drei Konzerne kontrollieren rund 56 Prozent des globalen Marktes, so zu Lesen bei der Heinrich-Böll-Stiftung.

Dabei wurden weltweit über Generationen hinweg in Hausgärten und Nebenerwerbslandwirtschaften Gemüsesamen vermehrt, getauscht und als Grundlage der Ernährung Jahr für Jahr angebaut.

So entstanden all unsere regionalen, von der Natur an Klima und Böden angepassten Pflanzensorten.

Saatgut war Allgemeingut, durfte nachgezogen und gesät werden, ohne dass jemand wegen Patentverletzungen juristisch belangt werden konnte.

Dahin möchte die Saatgutinitiative Open Source Seeds zurück.

Open Source Seeds

Open Source kennt man ursprünglich aus dem Bereich der Softwareentwicklung. Engagierte Programmierer erstellen leistungsfähige Software, die kostenlos genutzt werden kann und echte Alternativen zu den teuren Kauf-Anwendungen darstellen.

Die Saatgutinitiative Open Source Seeds möchte dieses Prinzip auf den Saatgutmarkt übertragen. Lizenzierte Pflanzensorten werden vor einer Patentierung geschützt und bleiben der Allgemeinheit dauerhaft zugänglich.

Gegründet wurde OpenSourceSeeds im Jahre 2017 unter dem Dach des Agrecol e.V., einem Verein zur Förderung der standortgerechten Landnutzung.

Ermöglicht wird die Zielsetzung, Saatgut vor Patentierung zu schützen, indem gemeinnützige Züchter auf ihr eigenes Recht auf Sortenschutz verzichten und die von ihnen entwickelten neuen Sorten ohne Einschränkung jedermann zur Verfügung stellen und dies mit einer Open-Source-Saatgutlizenzvereinbarung verbriefen.

Information über Rechte und Pflichten

Auf diese Weise wird es möglich, die Sorten rechtlich als Gemeingut abzusichern.

Dabei gelten folgende Regeln für das lizenzierte Saatgut:

  1. Jeder darf das Saatgut frei nutzen, es vermehren, weiterentwickeln, züchterisch bearbeiten und im Rahmen bestehender Gesetze verkaufen, tauschen und verschenken.
  2. Niemand darf das Saatgut und seine Weiterentwicklungen privatisieren. Patente oder Sortenschutz sind ausgeschlossen.
  3. Jeder Empfänger überträgt zukünftigen Nutzern des Saatguts und seinen Weiterentwicklungen die gleichen Rechte und Pflichten.

Der genaue Wortlaut des Lizenzvertrages ist hier nachzulesen.

Die Lizenzierung des Saatguts ist übrigens kostenfrei.

Wer mitmachen kann 

Für eine Open-Source-Seeds-Lizenz sind im Grunde alle Sorten geeignet, die noch nicht beschrieben und vermarktet wurden.

Hierzu zählen Landsorten, Erhaltungssorten, Selektionen aus Wildbeständen oder auch noch instabile Kreuzungen. Es können sowohl Neuzüchtungen als auch weiterentwickelte alte Sorten unter Schutz gestellt werden. Auch muss man kein erfahrener Züchter sein.

Bei Weitergabe des lizenzierten Saatguts muss über die Open-Source Rechte und Pflichten informiert werden. Dazu kann einfach der vorgegebene Lizenztext beigelegt oder eine Kurzversion auf das Saatgut-Tütchen gedruckt werden.

Einzelheiten sind bei OpenSourceSeeds unter diesem Link nachzulesen.

Wer seine Sorte der Allgemeinheit dauerhaft zugänglich machen möchte, findet das entsprechende Formular hier.

Open-Source Tomatensorten

Open-Source-Tomatensaat Sunviva

Selbstverständlich beschränkt sich die Saatgutinitiative nicht auf Tomaten. Eine vollständige Liste der lizenzierten Pflanzensorten ist hier einsehbar.

Auf unseren Seiten wollen wir aber auf die Open-Source-Tomatensorten näher eingehen.

Stand März 2026 sind folgende Tomatensorten im Rahmen des Open-Source-Seeds-Projektes lizenziert. Für Sortenbeschreibungen und Bezugsquellen klicken Sie bitte die jeweiligen Sorten an. Sie werden sodann auf die jeweiligen Unterseiten von OpenSourceSeeds weitergeleitet.

Züchtung Universität Göttingen

Züchtung Kleverhof – Elementsserie

Züchtung Kleverhof – Märchenserie

Anne Mommertz, Düsseldorf

Laurent Minet, Belgien

Categories: Wissenswertes

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Maja

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